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Motorradhelme im Vergleich: Jethelm, Klapphelm, Modularhelm oder Integralhelm – welcher Helm passt zu dir?

  • 3. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Motorradhelme im Vergleich.


Der richtige Motorradhelm ist ein zentraler Bestandteil der Motorradausrüstung. Bei der Auswahl geht es nicht nur um Design, Komfort oder Preis, sondern vor allem um Sicherheit, Zulassung, Einsatzbereich und Passform.


Ob gemütliche Ausfahrt, täglicher Arbeitsweg, lange Motorradtour oder sportliches Fahren: Die verschiedenen Helmarten unterscheiden sich deutlich bei Konstruktion, Schutzwirkung und Funktion.


Seit 2021 gilt für Motorradhelme die europäische Prüfnorm ECE 22.06. Diese Norm stellt höhere Anforderungen als die frühere ECE 22.05 und berücksichtigt unter anderem Aufprallenergie, Rotationskräfte, Sichtfeld, Helmschale und Visierprüfung.


Wichtig: Eine ECE 22.06 Zulassung bedeutet nicht, dass jeder Helmtyp den gleichen Schutz bietet. Ein Jethelm bleibt konstruktionsbedingt anders aufgebaut als ein Integralhelm mit geschlossenem Kinnbereich.


Motorradhelme im Vergleich: Die wichtigsten Helmarten und ihre Unterschiede

Motorradhelme lassen sich grundsätzlich in vier Hauptkategorien einteilen:

  • Jethelm (Open Face)

  • Klapphelm (Flip-Up)

  • Modularhelm

  • Integralhelm (Full Face)

Jede Bauform hat ihre Stärken und Schwächen und eignet sich für unterschiedliche Fahrprofile.


Jethelm – maximale Belüftung und Freiheit

Der Jethelm gehört zu den offensten Helmvarianten. Durch die fehlende feste Kinnpartie bietet er ein sehr direktes Fahrgefühl und eine hervorragende Luftzirkulation.

Gerade bei warmen Temperaturen oder im Stadtverkehr wird diese Bauweise geschätzt. Die offene Konstruktion bringt jedoch klare Einschränkungen beim Schutz mit sich.


Zulassung und Sicherheit beim Jethelm

Jethelme können nach ECE 22.06 zugelassen sein. Die Prüfung erfolgt jedoch entsprechend der Bauform. Da kein Kinnschutz vorhanden ist, besteht bei einem Frontaufprall weniger Schutz für Gesicht und Kieferbereich.


Vorteile:

  • sehr leicht

  • ausgezeichnete Belüftung

  • grosses Sichtfeld

  • einfaches Auf- und Absetzen

  • angenehm bei tiefen Geschwindigkeiten

Nachteile:

  • kein Schutz durch feste Kinnpartie

  • mehr Windgeräusche

  • höherer Einfluss von Wetter und Umgebung

  • weniger geeignet für Autobahn und hohe Geschwindigkeiten


Ideal für: Stadtfahrten, Roller, kurze Strecken und warme Sommertage.



Klapphelm – Komfort und Schutz für Alltag und Touren

Der Klapphelm ist einer der beliebtesten Motorradhelme für Fahrer, die Komfort mit einem hohen Sicherheitsniveau verbinden möchten.

Das bewegliche Kinnteil ermöglicht ein einfaches Öffnen – praktisch beim Tanken, bei Pausen oder beim Gespräch, ohne den kompletten Helm abzunehmen.


Zulassung beim Klapphelm

Bei Klapphelmen ist die Zulassung besonders wichtig:

  • P-Zulassung: Kinnteil bietet Schutzfunktion im geschlossenen Zustand

  • P/J-Zulassung: geprüft für geschlossenes und geöffnetes Fahren (abhängig vom Modell)


Ein Klapphelm darf also nicht automatisch offen gefahren werden, nur weil sich das Kinnteil hochklappen lässt.


Vorteile:

  • hoher Tragekomfort

  • sehr praktisch im Alltag

  • gut geeignet für Brillenträger

  • oft vorbereitet für Kommunikationssysteme

  • ideal für lange Touren

Nachteile:

  • höheres Gewicht als Integralhelme

  • komplexere Mechanik

  • mehr bewegliche Teile

  • meist etwas weniger aerodynamisch


Ideal für: Tourenfahrer, Pendler und Vielfahrer.


Modularhelm – maximale Flexibilität für Reisefahrer

Der Modularhelm geht in Richtung Komfort und Vielseitigkeit. Viele Modelle kombinieren Funktionen eines Klapphelms mit zusätzlicher Ausstattung für lange Reisen.


Dazu gehören häufig:

  • integrierte Sonnenblende

  • gute Belüftungssysteme

  • Vorbereitung für Kommunikationsgeräte

  • komfortable Innenausstattung


Sicherheit und Zulassung beim Modularhelm

Auch bei Modularhelmen entscheidet die Zertifizierung über den Einsatzbereich. Nur Modelle mit entsprechender Zulassung dürfen in bestimmten geöffneten Positionen verwendet werden.


Vorteile:

  • sehr flexibel

  • hoher Komfort auf langen Strecken

  • praktisch auf Motorradreisen

  • viele Ausstattungsmöglichkeiten

Nachteile:

  • höheres Gewicht

  • mehr Mechanik

  • weniger sportlich ausgelegt

  • nicht die erste Wahl für maximale Performance


Ideal für: Reiseenduros, Tourenmaschinen und Langstreckenfahrer.


Integralhelm – maximale Sicherheit und Performance

Der Integralhelm gilt als Referenz, wenn es um Schutz und Aerodynamik geht. Die geschlossene Konstruktion schützt Kopf, Gesicht und Kinnbereich vollständig.

Durch die feste Helmschale kann die Energie bei einem Aufprall besser verteilt werden. Zudem bieten Integralhelme bei höheren Geschwindigkeiten die beste Stabilität und den geringsten Windwiderstand.


Zulassung beim Integralhelm

Ein moderner Racing-Helm kann zusätzlich die FRHPhe-02 FIM-Rennzulassung haben nebst der ECE 22.06 Strassenzulassung.

Ein Helm mit FRHPhe-02 ist somit nicht einfach "nur ein besserer ECE-Helm", sondern speziell für die Anforderungen im Motorsport entwickelt.


Vorteile:

  • höchstes Schutzniveau

  • geschlossener Kinnschutz

  • beste Aerodynamik

  • weniger Windgeräusche

  • ideal für sportliches Fahren

Nachteile:

  • weniger praktisch bei Pausen

  • weniger Luftgefühl als offene Helme


Ideal für: Sportfahrer, Autobahn, schnelle Motorräder und Rennstrecke.


Motorradhelme im Vergleich: Zulassungen und Einsatz

Helmtyp

ECE 22.06

FRHPhe-02

Typischer Einsatz

Jethelm

ja

nein

Stadt, Roller

Klapphelm

ja

nein

Alltag, Touren

Modularhelm

ja

nein

Reisen, Komfort

Integralhelm

ja

möglich

Sport, Rennstrecke


Fazit: Motorradhelme im Vergleich zeigt klare Unterschiede


Bei der Wahl des richtigen Motorradhelms gibt es keinen universellen Sieger. Entscheidend ist, wie und wo du Motorrad fährst.


Der Jethelm überzeugt durch Leichtigkeit und Belüftung.Der Klapphelm bietet den besten Mix aus Komfort und Alltag. Der Modularhelm ist die flexible Lösung für lange Reisen.Der Integralhelm bietet die höchste Schutzwirkung und beste Performance.


Neben der Helmform sind ECE 22.06 Zulassung, perfekte Passform und korrekter Sitz entscheidend. Ein hochwertiger Helm kann nur dann schützen, wenn er richtig ausgewählt und konsequent getragen wird.



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